Die Reblaus brachte das Ende
Einst Weinberg - heute Obstwiese

Das Ende des Weinbaus

Einstellung des Weinanbaus im 20. Jahrhundert

Die Attraktivität des Weinanbaus wurde im 19. Jahrhundert durch die Verbreitung der Reblaus und die damit verbundenen Probleme geschwächt. Alle von der Reblaus befallenen Rebstöcke mussten vernichtet werden und die Anbauflächen mehrere Jahre lang brachliegen.

Vor allem die Besitzer kleinerer Weinberge waren wirtschaftlich nicht mehr in der Lage, den Weinbau fortzuführen. Sie konzentrierten sich fortan auf den Obstanbau, der ihnen Jahr für Jahr sichere Erträge garantierte.

Mit dem Auftauchen der Reblaus begann das Verschwinden der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte, die fortan ihr Glück in den Städten suchten. Dort fanden Sie im Zuge der Industrialisierung  Ende des 19. Jahrhunderts lukrativere Arbeitsmöglichkeiten in Fayencerien, Kalkwerken, Hütten und Gruben.

All diese Faktoren führten zu einer allmählichen Einstellung des Weinanbaus im Bliesgau und an der oberen Saar. Nur an einigen Stellen, wie zum Beispiel auf dem Weingut Ritthof in Bliesransbach, wurde der Weinbau noch bis in die 1920er Jahre weitergeführt und brachte Jahrgänge von höchster Güte hervor.

In „Das westpfälzische Weinbaugebiet einst und jetzt“ von 1927 heißt es dazu:

„Aus den meisten der früheren Weinberge wurden Ackerland, Wiesen und vereinzelte Obstanlagen, sehr oft aber auch Ödungen oder Driesche. Mit dem Blieswein, der wegen seines Charakters und Feuers von Kennern geliebt war, verschwindet dann allmählich aber auch der sehnige und kernige Menschenschlag mit seinem goldenen Humor und seinem zähen Willen.“