Das Projekt

Professioneller Weinanbau im heutigen Bliesgau und an der Oberen Saar

Wie bereits erwähnt, gibt es im Bliesgau eine über 700- jährige Weinanbautradition, auf der das Projekt „Professioneller Weinbau im heutigen Bliesgau und an der oberen Saar“ aufbaut. Historisch gesichert ist, dass in den Orten Reinheim, Bliesmengen-Bolchen, Bliesransbach und Kleinblittersdorf intensiv Weinanbau betrieben wurde. Beispielhaft ist der Weinanbau auf dem Ritthof in Bliesransbach und auf dem Weingut Villa Heckel, in der Nähe des Rebenhofs in Kleinblittersdorf. Nahezu alle Gebiete in der Region sind dazu prädestiniert, den Weinanbau wieder aufzunehmen.

In Frage kommen unter anderem Lagen in den Gemeinden Blieskastel, Gersheim, Mandelbachtal und Kleinblittersdorf. Fester Bestandteil des Konzeptes ist auch eine Ausdehnung des Weinanbaus ins benachbarte Lothringen (Bliesbruck usw.). Eine solche grenzüberschreitende Erweiterung des Weinanbaus kann zusätzliche Absatz- und Vermarktungsmöglichkeiten eröffnen und wäre mit seiner deutsch-französischen Ausrichtung im Bereich Weinanbau einmalig.

Wichtig und wünschenswert ist die Einbeziehung der vorhandenen Initiativen zur Wiederbelebung des Weinbaus in der Region, bei der engagierte Einzelpersonen und Vereine bereits wertvolle Vorarbeit geleistet haben. Ihre Erfahrungen sollten in die Konzeption des Projekts einfließen und dort gebündelt und weiterentwickelt werden.

Parallel zur Wiederbelebung des professionellen Weinanbaus in der Region sollte dieser in Vergessenheit geratene Teil unserer Geschichte für die ortsansässige Bevölkerung sowie für Besucher fachkundig aufbereitet werden, um so die kulturelle Identität der Region zu vervollständigen und einen weiteren Anziehungspunkt für Touristen zu bilden.

Der Blieswein war beliebt wegen seines typischen, von Boden und Mikroklima des Bliesgaus geprägten Geschmacks. Die Weinberge waren früher mit folgenden Rebsorten bestockt, wobei der Weißweinanteil überwog: Riesling, weißer und roter Gutedel, Auxerrois, Traminer, Ruländer/Grauburgunder, Kleinberger/Elbling und Spätburgunder, blauer Frühburgunder und Portugieser. Das Image des Bliesgaus als hervorragende Weinregion wurde im 19. Jahrhundert vor allem aufgrund der ausgezeichneten Rotweine geprägt.

Man kann davon ausgehen, dass eine weitaus größere Vielfalt an Rebsorten vorhanden war. Die meisten autochthonen Rebsorten sind jedoch unwiederbringlich verloren. Detaillierte Analysen von Boden und Mikroklimata sind notwendig, um die aus heutiger Sicht optimalen Rebsorten und Anbaumethoden für den professionellen Weinanbau im Bliesgau und an der Oberen Saar festzulegen.