Der Ritthof heute
Wiederaufstockung seit 2004

Der Ritthof in Bliesransbach

Rekordernte des Jahrganges 1897...

Im Bannbuch von Bliesransbach von 1765 ist der Ritthof noch nicht ausgewiesen, aber die Flurbezeichnung „Im Ritt“ aufgeführt.1822 wird als Besitzer des Hofguts „Ritthoff“ Francois Andreas von der Urigsmühle angegeben, der um das Jahr 1817 ein Rebenhaus mit Weinkeller erbaute.

Bei Theo Schmidt heißt es: 

„Um 1830 sind die Weine vom Ritthof von solch guter Qualität, dass sie in die Güteklasse III eingereiht werden. Das Gut verfügt seinerzeit über rund 40.000 Rebstöcke. Eine Rekordernte ergab z.B. das Jahr 1897, in dem auf dem Ritthof nicht weniger als 40 Fuder (= rund 40.000 Liter) Wein geerntet wurden. In ähnlicher Erinnerung ist der Gutsfamilie auch noch das berühmte Weinjahr 1921, […] deren Most aber schon die ausnehmende Güte dieses Jahrganges mit einem Gewicht von 95 Grad Öchsle ankündigte.“

Weiter berichtet er:

„Die tatkräftige Bewirtschaftung des Gutes durch diesen zünftigen Bauern und Winzer führte zu einem florierenden Gutsbetrieb und einem beachtlichen Weinhandel mit regem Absatz in die Ortschaften der näheren und weiteren Umgebung, wo allenthalben in den Dorfschenken die kräftig-mundenden Ritthofweine beliebt und begehrt waren. (...) Im Geschmack hatten die Weine vom Ritthof den Charakter aller auf ähnlichen Böden wachsenden. Sie waren bei einer gewissen Herbe etwas schwer vollmundig, verrieten aber in ihrem leicht erdigen „Bouquett“ den Bodengrund, dem sie entwachsen waren.“

(Quelle: Theo Schmidt: Zur Agrar- und Familienkunde des Bliestales, SVZ vom 24.02.1956)

Ein literarisches Zeugnis der besonderen Art ist Alfred Döblins Erzählung „Das Gespenst vom Ritthof“, das 1915 in der Zeitung „Der Sturm“ erschien. Neben den Ortsbezeichnungen „Ransbach“, „Fechingen“ und „Bliesschwein“ erwähnt Döblin auch den „gelben Saarwein“, der hier geerntet wird. Die Erzählung ist zuletzt 2006 erschienen in „Die Lobensteiner reisen nach Böhmen: Zwölf Novellen und Geschichten - Erzählungen von Alfred Döblin

Ende und Neuanfang

1923 wurde auf dem Ritthof zum letzten Mal eine Weinernte eingefahren. Die Ausbeute betrug gerade noch 4.000 Liter.

Auf dem Gut Ritthof begann 2004 die Aufstockung mit neuen Reben. Inzwischen gibt es wieder jedes Jahr Wein vom Ritthof. Mit einem roten und einem weißen Wein wird auch 2010 die Jahrhunderte alte Tradition des Weinbaus auf dem Ritthof gepflegt.